Hinter den Kulissen

Standseilbahn Parsenn: Die Arbeit an den Gleisen

Die rote Bahn schlängelt sich durch die steile Landschaft in Richtung Berg. Es wird gehupt, die Mitarbeiter, welche den Schnee räumen, gehen auf die Seite. Die winterliche Landschaft zieht vorbei und durch das Panoramadach wird ein Blick auf Davos erhascht. Wenn die Bahn bei der Station Weissfluhjoch einfährt, steigt die Vorfreude aufs Skifahren. Die Ungeduld wird durch die marschierenden Skischuhe hörbar. Zischend öffnen sich die Türen, das erlösende Geräusch!

Seit 1930 ist die Standseilbahn Parsenn ein Teil der Region Davos und für den Bergtourismus nicht mehr wegzudenken. Die Bahn hat eine lange Geschichte und weckt bei Touristen und Einheimischen viele Erinnerungen. Die Standseilbahn mit ihren Gleisen bringt auch besondere Arbeiten mit sich. Gerade in den Wintermonaten wird die Strecke regelmässig vom Schnee befreit. Dabei ist das neue Schneegebläse eine grosse Hilfe. Erfahrt mehr zu den Aufgaben rund um die Parsennbahn!

Blonde junge Frau mit blauen Augen und Nasenpiercing. | © Davos Klosters Mountains
Franziska Krenmayr
04.03.2021
Die rote Standseilbahn Parsenn fährt durch die winterliche Landschaft auf den Berg.  | © Davos Klosters Mountains

Eröffnung Standseilbahn Parsenn

Eine Pionierleistung

Mit der Parsennbahn erreichen Besucher im Sommer und Winter gemäss Betriebszeiten das Weissfluhjoch, ohne sich dabei selbst anstrengen zu müssen. Dies zum Skifahren, Wandern oder für den Genuss des Bergpanoramas auf 2.660 Metern Höhe. Was heute als selbstverständlich erscheint, war früher eine Pionierleistung. Die Standseilbahn Parsenn gehört zu den ersten Standseilbahnen, die für die Erschliessung des Berges für touristische Zwecke erbaut wurde. Mit der Eröffnung der Strecke wurde erstmals das Abfahrts-Skifahren auf Parsenn ermöglicht. Der Skitourismus in der Schweiz nahm hier seine Anfänge und brachte der Region Davos viel Aufschwung.
 

Gleise bis auf 2660 Metern Höhe

Am 15. Dezember 1931 konnte die erste Teilstrecke der Standseilbahn vom Davos Dorf bis zur Station Höhenweg eröffnet werden. Nach dem Bau einer Ausweichstelle kam die zweite Bahn hinzu. Der eine Wagen, auf dem Weg ins Tal, unterstützt den anderen mit seinem Gewicht beim Überwinden der 662 Höhenmeter. Mit Hilfe eines Stahlseiles wird dieser in die Höhe gezogen. Nach einer Fahrt von ca. 8 Minuten erreicht die Bahn den Höhenweg. Die 2. Sektion kam ein Jahr später dazu und fährt mit einer etwas kleineren Bahn vom Höhenweg bis zum Weissfluhjoch. Als Alternative können die Gäste bei der Mittelstation auf den 4-er Sessellift Rapid (Dorftäli) wechseln und das letzte Stück des Aufstieges an der frischen Luft zurücklegen.

Was passiert bei Neuschnee?

Das Schneegebläse

Endlich Neuschnee! Für einige Mitarbeiter auf Parsenn bedeutet dies jedoch eine Frühschicht. Ab 5cm Neuschnee kommt das Schneegebläse für die Räumung des Gleises zum Einsatz. Dies wird vor der Öffnung des Skigebietes erledigt. Schon um 5.45 Uhr beginnt die Bahn ihre erste Sonderfahrt im Tempo von 1 Meter/Sek. Das angehängte Schneegebläse erzeugt dabei einen starken Luftstrom (120 km/h), der die beiden Düsen verlässt und den weichen Neuschnee vom Gleis bläst.

Nach einer Tal- und Bergfahrt pro Sektion ist die Mehrheit des Schnees entfernt. Die Bahn kann mit dem Gästetransport beginnen. Bei sehr starkem Schneefall fährt die Gebläse-Maschine am Nachmittag erneut. Für bis zu 250 Fahrten kommt diese pro Winter auf Parsenn zum Einsatz.

Darum ist die Schneeräumung wichtig

Damit die Parsenn Bahn ohne Schäden fahren kann, ist die Schneeräumung sehr wichtig. Wieso, erklärt Beni Walder, der technische Leiter von Parsenn: «Wenn Schnee auf den Gleisen liegen bleibt, schmilzt dieser am Tag. Bei kalten Temperaturen der Nacht, friert das Wasser schliesslich wieder. Dies führt dazu, dass auch die Rollen einfrieren und nicht mehr drehen können. Das Zugseil der Standseilbahnen muss reibungslos durch die Rollen laufen können.»

Wenn es doch vorkommt, dass eine Rolle gefriert, hat diese Abriebschäden und wird ersetzt. Zusätzlich zur Schneeräumung werden die Gleise der Standseilbahn regelmässig geprüft und instandgehalten.
 

Schneeschaufeln mit Muskelkraft

Zu den täglichen Arbeiten im Winter gehört das Schneeschaufeln nach wie vor dazu. Bei starken Neuschnee kann es vorkommen, dass bis zu zehn Personen damit beschäftigt sind, das Gleis vom Schnee zu befreien. «Die Anschaffung des neuen Schneegebläses vereinfacht die Schneeräumung sehr und unsere Mitarbeiter werden entlastet. Die Gebläse-Maschine ersetzt jedoch das Schneeschaufel nicht komplett», stellt Beni Walder klar.

Nach der Fahrt mit dem Gebläse wird der restliche, härtere Schnee mit der Schaufel aufgelockert und entfernt. Zwei Personen sind für diese wichtige Aufgabe angestellt. Bei jedem Hupen der Bahn wisst Ihr, dass sie im Einsatz sind. Was für eine Leistung!

Ein Arbeiter montiert die letzten Schrauben, damit das neue Schneegebläse auf dem Gleis fahren kann.  | © Davos Klosters Mountains
Das Gleis muss von Schnee befreit werden, damit die Rollen drehen und die Parsennbahn fährt.  | © Davos Klosters Mountains
Das Schneegebläse ist an der Parsennbahn angehängt, nun werden noch die Düsen montiert. | © Davos Klosters Mountains

Investition für die Standseilbahn

Einsatz des neuen Schneegebläses

«Das neue Schneegebläse ist da!» Die Aufregung über diese Neuanschaffung ist gross. Nach 35 Jahren Laufzeit wird die alte Maschine ersetzt, die nach vielen Einsätzen nun am Ende ihrer Lebensdauer ist. Sie wird noch als Ersatzteillager verwendet, damit gewisse Teile für Notfälle wieder eine Verwendung finden. 

Mit Kran und Bahn wird die schwere neue Maschine zur Mittelstation Höhenweg transportiert. Hier ist ihr Abstellort, wenn sie nicht gerade in Betrieb ist. Das neue Schneegebläse entspricht den neusten Abgasnormen und wurde von der Firma Zaugg AG Eggiwil entwickelt, die bei der Inbetriebnahme mit dabei ist. Die letzten Schrauben werden angezogen und die Schläuche für die Luftzufuhr montiert.

Die Testfahrt kann beginnen! Dabei wird der Lichtraum kontrolliert, das heisst, die Maschine darf nirgends ankommen oder anstehen. Nach der erfolgreichen Jungfernfahrt kommt das Schneegebläse am nächsten Tag gleich zum Einsatz. 

Das Schneegebläse wird von der Parsennbahn gezogen, nun werden noch die Rohre montiert.  | © Davos Klosters Mountains
Das goldene Rohr wird mit Schrauben an das Schneegebläse montiert. | © Davos Klosters Mountains
Die Austriebsdüsen des neuen Schneegebläses auf Parsenn sind auf das Gleis gerichtet. | © Davos Klosters Mountains
Es war etwas sehr Besonderes bei der Inbetriebnahme des neuen Schneegebläses mit dabei zu sein. Diese Maschine ist eine grosse Anschaffung, die sicher für 20 Jahre im Einsatz ist. Das Schneegebläse wurde nach den neusten Technologien entwickelt, wobei ich wieder Neues dazulerne. Die Verbesserung der Leistung haben wir bei den ersten Fahrten sofort bemerkt und sind mit dem Resultat sehr zufrieden.

Vorteile einer Standseilbahn

Das Gleis auf Parsenn erfordert einiges an Arbeit. Doch die Standseilbahn hat gegenüber den Luftseilbahnen einige wichtige Vorteile:

  • Der Betrieb der Standseilbahn ist bei starkem Wind kaum eingeschränkt.
  • Lasten von bis zu 6 Tonnen Gewicht können über das Gleis bis zum Weissfluhjoch transportiert werden. Dies ist einiges mehr, als Luftseilbahnen tragen können.

 

Tourismus auf dem Weissfluhjoch

Steinböcke und viele Pistenkilometer

Als einziger Zufahrtsweg zum Skigebiet Parsenn von Davos, werden mit der Standseilbahn wichtige Transporte für den Betrieb erledigt und zahlreiche Bergrestaurants beliefert. In erster Linie ist die Parsennbahn jedoch für den Gästetransport zuständig. Folgende Aktivitäten auf Parsenn werden durch die Standseilbahn ermöglicht:

Dank dem Einsatz unserer Mitarbeiter und dem neuen Schneegebläse bringt Euch die Standseilbahn Winter und Sommer zuverlässig ins Gebiet Parsenn/Gotschna. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Eure Davos Klosters Mountains