Hinter den Kulissen

Gipfelbahn Weissfluhgipfel Parsenn

Die Gipfelbahn führt auf den Weissfluhgipfel, auf den höchsten Punkt des Skigebietes der Davos Klosters Mountains. Damit die Bahn schon seit 1995 täglich in Betrieb sein kann, müssen im Hintergrund immer wieder Revisionsarbeiten vorgenommen werden. Das Herz der Bergbahn, das Getriebe, wird dabei regelmässig geprüft. Geöffnet wird es jedoch nur alle 20 Jahre. Wir waren bei diesem seltenen Moment mit dabei und geben Euch in diesem Blogeintrag einen Einblick in die Arbeiten hinter der Kulisse. Seit mit dabei und erfahrt spannende Fakten über die Gipfelban und die Arbeiten.

Blonde junge Frau mit blauen Augen und Nasenpiercing. | © Davos Klosters Mountains
Franziska Krenmayr
08.01.2121
Die schwarz-weiss Fotografie zeigt die damalige Gondel der Gipfelbahn auf Parsenn.  | © Davos Klosters Mountains

Gipfelbahn Parsenn

Besonderheiten und Geschichte

Mit der Gondel der Gipfelbahn gelangt Ihr auf 2817 m. ü M. auf den Weissfluhgipfel. Am höchsten Punkt der Davos Klosters Mountains geniesst Ihr eine traumhafte Aussicht über die Region, der Blick reicht sogar bis ins Skigebiet Arosa. 365 Tage im Jahr pendelt die Gipfelbahn über eine Strecke von 683 m von Tal zu Berg und wieder zurück. Dabei verbindet Sie die Gemeinden Arosa, Klosters und Davos, die bei der Talstation zusammenkommen. Zwischensaison kennt die Bahn keine, denn zusätzlich zum Gästetransport in der Winter- sowie Sommersaison wird sie vom Militär ganzjährig als Zubringer zum Stützpunkt auf dem Gipfel genutzt.

Somit ist die Gipfelbahn eine wahrlich wichtige Bahn, die im Jahr 1955 erbaut wurde. Damals gab es nur eine Gondel und eine Spur. 28 Jahre später wurde die Kapazität erhöht und die zweite Gondel kam hinzu. Die Pendelbahn war geboren. Bei der Pendelbahn fährt die eine Kabine zur Bergstation, während die andere Kabine sich zur Talstation bewegt, danach ändert sich die Drehrichtung. Stützen hat die Bahn keine, sondern nur die beiden Abfahrts- sowie Ankunftsstationen. Im letzten Umbau im Jahr 2012 wurde die Steuerung sowie der Antriebsmotor ersetzt. Dieses Jahr waren grössere Revisionsarbeiten an Getriebe nötig.
 

Das Zahnrad liegt bereit, um in das Getriebe der Gipfelbahn Weissfluhgipfel eingesetzt zu werden.  | © Davos Klosters Mountains
Mit dem Antriebsrad wird das Stahlseil bewegt, an dem die Gondel dranhängt.  | © Davos Klosters Mountains
Die Antriebswelle mit ihren zahlreichen Zähnen liegt bereit, um im Getriebe montiert zu werden.  | © Davos Klosters Mountains
Blick von oben auf die Revisionsarbeiten am Getriebe der Gipfelbahn Wiessfluhgipfel Parsenn.  | © Davos Klosters Mountains

Revisionsarbeiten

8´000 Stunden Laufzeit

«In der Regel muss ein Getriebe nach 20´000 Stunden Laufzeit für die Überprüfung geöffnet und auseinandergenommen werden,» erzählt Beni Walder der Technische Leiter von Parsenn, «dies entsprich bei der Gipfelbahn etwa 20 Jahren.» Diesen Herbst wurde jedoch im Getriebe ein Knackgeräusch festgestellt und so musste diese Überprüfung schon nach 8 Jahren vorgenommen werden. Nach einer Abhörkontrolle wurde das Getriebe zerlegt, um den Fehler zu finden. Die Kuppelung und die Ausgangswelle waren beschädigt und mussten in die Reparatur geschickt werden. Ebenfalls mussten einigen Anpassung an diesen Teilen gemacht werden, die davor von einem Ingenieur berechnet wurden.

«Ein Getriebeschaden ist einer Anlage das schlimmste, was passieren kann, da die Bahn dann komplett stillsteht,», erzählt Beni Walder. Aus diesem Grund kommen jährlich Spezialisten für eine Überprüfung vorbei. Mit Messgeräten, die Schwingungen wahrnehmen, oder mit dem klassischen Abhören mit einem Stethoskop können Unregelmässigkeiten früh erkannt werden. Auch mit dem Einschicken von Ölproben in ein Labor kann schon vieles herausgefunden werden. Der Fremdanteil im Öl wird analysiert und bei einem hohen Metallanteil ist somit Verschleiss bei den Kraftübertragungen der Zahnräder sehr wahrscheinlich. 

«Da wir gewisse Teile für Anpassungen einschicken mussten, ging es somit etwas länger, bis wir die Bahn wieder in Betrieb nehmen konnten», erzählt Beni Walder. «In der Zwischenzeit haben wir an den Verzahnungen und Wellen eine Reissprüfung gemacht. Nachdem alles mit Kontrastmittel eingesprayt war, wurde ein Magnetfeld aufgebaut und mit einer UV- Lampe konnte das Material auf Risse überprüft werden. Dort war zum Glück alles in Ordnung.»

Das Pendelrollelager ist eingespannt, damit es für die Montage erhitzt werden kann.  | © Davos Klosters Mountains
Das neue Pendelrollenlager wurde erhitzt und wird nun auf die Getriebewelle geschoben. | © Davos Klosters Mountains
Blick von oben auf die Montage eines Ringes mit Hilfe von Wärme. Dies im Rahmen der Revisionsarbeiten am Getriebe der Gipfelbahn.  | © Davos Klosters Mountains
Die Kupplungshälfte in gelb wird mit dem Kran zum Getriebe gehievt, damit diese dort montiert werden kann.  | © Davos Klosters Mountains

Welle an Welle, Zahn in Zahn

Endlich war es soweit und das Getriebe konnte wieder zusammengebaut werden. Die Spezialisten der Firma Vibrodata, waren vor Ort und haben zusammen mit drei Mitarbeitern der Bergbahnen, die Bahn wieder zum Laufen gebracht.

«Nach dem Einbau des Lagers und der Kupplung ist das wichtigste, dass die Zähne wieder schön aufeinanderpassen. Dafür werden die Zähne eingefärbt und nach einem Testlauf, wird durch die Abnutzung ersichtlich, ob diese gleichmässig ineinandergreifen», erzählt Beni Walder. Alles wird ganz genau eingestellt, damit die Räder in beide Fahrtrichtungen wie geschmiert laufen. Danach wird das Getriebe in Richtung Motor und Antriebsscheibe in einer Linie ausgerichtet. Als letzter Schritt wird das Getriebe mit dem Deckel geschlossen und das Öl eingefüllt. Bei den folgenden Testläufen wird das Getriebe mit einem Stethoskop auf Herz und Niere geprüft.

„Beim letzten Abhören dürfen uns keine komischen Geräusche mehr auffallen, ansonsten können wir nochmals von vorne beginnen“, meint Beni Walder lachend.

Dies war zum Glück nicht der Fall. Dank dem Einsatz unser Mitarbeiter und Spezialisten aus externen Firmen, kann Euch die Pendelbahn wieder viele Jahre auf den aussichtsreichen Weissfluhgipfel bringen. Den Nostalgie Run fahren, die schwarze Piste wagen oder einfach den Ausblick geniessen, eine Fahrt mit der Gondel lohnt sich allemal. Wir freuen uns, über Euren Besuch!

Eure Davos Klosters Bergbahnen

Blick auf Wellen, Pendelrollenlager und Zahnräder im geöffneten Getriebe der Gipfelbahn Weissfluhgipfel Parsenn.  | © Davos Klosters Mountains
Das Getriebe der Gipfelbahn Weissfluhjoch Parsenn wird mit dem Getriebedeckel geschlossen.  | © Davos Klosters Mountains
In das zusammengesetzte Getriebe der Gipfelbahn Weissfluhgipfel wird Öl eingefüllt.  | © Davos Klosters Mountains
Das Getriebe der Gipfelbahn Parsenn wird mit einem Stethoskop abgehört, um Unstimmigkeiten zu erkennen.  | © Davos Klosters Mountains