Winter

Erlebnis Skitouring

Ostern steht vor der Tür und das Wetter ist schön und frühlingshaft. Dies lockt viele Frühlingsskifahrer auf die präparierten Pisten und zum Skitouren. Sie alle wollen die entspannende weisse Bergwelt geniessen und dabei der Natur noch näher zu sein. Wir haben für Euch eine Skitour in unsere wunderschönen Berge unternommen. Erfahrt mehr im Erlebnisbericht!

Patrizia Schneiter
02.04.2021
Ein Skitourengänger geht durch die verschneite Berglanschaft bei Davos.  | © Davos Klosters Mountains

Faszination Skitouring

Skifahren ist eines meiner grössten Hobbies. Ein wahrer Genuss ist es, dynamische Schwünge in den Schnee zu ziehen. An wunderschönen Wochenenden geniesse ich es besonders, mit etwas weniger Menschen auf dem Berg unterwegs zu sein: beim Tourenskifahren. Dabei kann ich die Ruhe der Natur sowie mein Hobby miteinander verbinden.

Nach bereits einigen Touren-Erfahrungen mit Freunden, habe ich nun die Möglichkeit, eine geführte Skitour mit einem Bergführer der «Bergführer Davos Klosters» mitzumachen. Dies ist eine gute Option, wahre Geheimtipps für Touren zu erfahren sowie sich auf die Expertise des Bergführers über die örtlichen Schnee- und Wetterverhältnisse zu verlassen.

 

Die gebuchte Skitour rückt näher

Die «Bergführer Davos Klosters» bieten jeweils ein abwechslungsreiches Wochenprogramm mit Touren verschiedener Schwierigkeitsstufen an. Fast alle Touren sind auch mit Splitboards machbar. Da ich bereits Erfahrung im freien Gelände habe und auch eine gewisse Grundfitness vorhanden ist, habe ich mich für eine mittelschwere Tour entschieden, die einen 3-stündigen Aufstieg vom Sertig auf die Bergüner Furgga vorgab.

Dazu habe ich am Vorabend weitere Details erhalten und mein Material entsprechend zusammengepackt. So kann es am nächsten Morgen direkt losgehen. Folgendes Material muss zwingend auf einer Skitour mit dabei sein: Tourenskis mit Fellen, bequeme Tourenschuhe, Skistöcke, Harscheisen, Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) mit Ersatzbatterien, Lawinenschaufel und Sonde. Zudem habe ich mir wettergerechte Kleidung, Sonnenschutz (Sonnenbrille, Sonnencreme), Skibrille, Helm, Handschuhe sowie genügend Wasser und Proviant bereitgelegt.

Vor einer Skitour muss normalerweise auch eine Routenplanung sowie eine Einschätzung der aktuellen Schnee- und Lawinensituation gemacht werden. Aus Interesse habe ich diese Tour vorher in meinem App Swisstopo angeschaut. Somit weiss ich im Voraus, welches Gelände mich erwartet. Unterwegs auf der Tour wurde mir dann wieder bewusst, dass man sich nicht zu fest auf die geplante Route verlassen darf und zusätzlich immer einen Plan B haben muss. Dazu komme ich noch später. Über die Schneelage sowie die Lawinensituation habe ich mich bei dieser Tour nicht informiert, da ich mit dem erfahrenen einheimischen Bergführer David Hefti unterwegs bin.
 

Blick in das verschneite Sertigtal mit dem Gipfel Mittagshorn im Hintergrund.  | © Davos Klosters Mountains
Drei Skitourengänger sind hintereinander auf der gleichen Spur unterwegs. | © Davos Klosters Mountains
Blick über eine unberührte Schneelandschaft in das Chüealptal nahe Sertig Dörfli. | © Davos Klosters Mountains
Die Ausrüstung für die Skitour in den Bergen von Davos ist auf dem Boden ausgelegt. | © Davos Klosters Mountains

Und los geht’s mit der Skitour!

08.00 Uhr
Zuhause frühstücke ich erst einmal ausgewogen: Haferflocken mit Früchten und Milch geben mir Energie und Power für die bevorstehende Tour.

08.55 Uhr
Treffpunkt ist am Bahnhof Davos Platz. Dort wartet bereits der Bergführer David mit seinem VW-Bus auf uns. Mit mir sind noch sechs weitere Gäste bei der Tour dabei, auch zwei Personen mit Splitboards. Als Erstes fahren wir in ca. 15 Minuten zum Walserhuus ins Davoser Seitental Sertig, wo wir die Felle auf unsere Skier ziehen und die Rucksäcke anschnallen. Die erste Jackenschicht können wir bereits im Rucksack verstauen, da die Sonne bereits angenehm wärmt.

09.40 Uhr
Die Tour geht los. Ein kurzer Wegabschnitt führt uns ans Ende des Sertig-Tals zum Fuss des Mittaghorns. Von dort führen die bereits vorhandenen Spuren ins Chüealptal, wo wir eine Weile dem Chüealpbach folgen. Nach ca. 30 Minuten überqueren wir den Bach und der Aufstieg wird etwas steiler. Gesprochen wird in der Gruppe nicht viel, denn alle gehen in einer Reihe in der Spur des Bergführers hintereinander her. Anfangs ist nur das Ziehgeräusch der Felle über den Schnee zu hören. Allerdings empfinde ich die Ruhe als sehr angenehm, denn so kann ich die Natur sowie die wunderbare Aussicht auf die umliegenden Bergspitzen geniessen!

Nach der Hälfte der vorgegebenen Aufstiegszeit machen wir eine kurze Znüni-Pause. Diese ist nötig! Denn der starke Sonnenschein sowie der Aufstieg zaubert mir einige Schweissperlen auf die Stirn. Umso wichtiger ist es, meinen Körper mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Einen Energieschub durch eine Banane kann auch mein Magen gut vertragen.

11.05 Uhr
Nun geht es weiter. Das Ziel – die Bergüner Furgga – ist schon in Sichtweite, als sich unser Bergführer David für eine Routenänderung entscheidet. Die geplante Abfahrt von der Bergüner Furgga ist bereits etwas verfahren und der Schnee vom Winde verblasen. Deshalb ändern wir die Richtung und biegen rechts ab hinauf auf die Mittagsscharte – ein schmaler Pass zwischen Mittaghorn und Plattenfluh. In diesem Teil des Aufstiegs müssen wir aus Sicherheitsgründen 20 Meter Abstand zwischen den einzelnen Personen lassen. Der letzte Teil dieses Aufstiegs ist sehr steil und führt eng zwischen Felsen hindurch. Hier zeigt sich, wer die Spitzkehren* mit den Skiern im Griff hat. Wer anfangs noch unsicher damit war, kommt spätestens hier zum Punkt, sie zu üben und anzuwenden.

*Die Spitzkehre ist eine Technik, die es ermöglicht, im steilen Gelände auf der Stelle mit den Skiern zu wenden.

12.10 Uhr
Auf dem Pass angekommen, können wir uns ein wenig ausruhen. Die Aussicht von hier oben ist grandios. Auf der Talseite des Aufstiegs sind praktisch unberührte weisse Hänge mit lieblichen Kuppen aber auch steilen Bergspitzen zu sehen. Auf der anderen Seite fallen die Hänge rundherum fast senkrecht hinab. Ganz unten ist längs das Sertigtal mit den umliegenden Bergen zu bestaunen. In Richtung Davos mit Sicht auf die Parsenn fällt mir zudem auf, dass der Frühling naht, denn es ist nicht mehr alles so weiss und verschneit wie im tiefsten Winter. An eine solch atemberaubende Aussicht während des Mittagessens könnte ich mich gewöhnen!

12.40 Uhr
Nach dem Mittagessen nehmen wir die Felle von den Skiern und ziehen uns für die Abfahrt entsprechend an. Helm, Skibrille sowie Handschuhe gehören dazu. Der zweite Teil der Tour geht los: die Abfahrt. Der erste Hang ist etwas steil. Allerdings ist er schön breit und alle in der Gruppe haben genügend Platz, ihre eigene Spur in den frischen Pulverschnee zu ziehen. Es folgen drei weitere kaum befahrene Pulverhänge.

Im Ducantal am Fusse der beiden Berge Mittaghorn und Plattenfluh angekommen, traversieren wir den Ducanbach talauswärts entlang bis oberhalb der Sertiger Wasserfälle. Von dort führt uns die Tour im letzten Abschnitt durch den Wald, in dem wir um die Baumstämme und -strunke unsere Kurven im weichen Schnee ziehen.

14.20 Uhr
Wir kommen alle glücklich und zufrieden beim Walserhuus an. Mein Gesicht ist etwas salzig vom schweisstreibenden Aufstieg, allerdings wurde dieser mit einer langen und perfekten Pulverabfahrt – und das Ende März! – belohnt.

Als Abschluss möchte ich erwähnen, dass es beim Tourenskifahren nicht nur um eine schöne Abfahrt geht, sondern der Aufstieg genauso zum Erlebnis Skitour und dem Naturgenuss dazu gehört.

Tagesfazit:
Es war ein super Erlebnis, mit dem erfahrenen Bergführer David auf Skitour zu gehen. Er hat zwischendurch Tipps gegeben, um die Spitzkehren besser zu meistern oder hat uns geholfen den Respekt gegenüber steilen Hangpassagen zu verlieren. Die Tagesskitour hat sich also wirklich sehr gelohnt!

 

Was bietet ein Skitourenhotel?

Wusstet Ihr, dass unser Mountain Hotel Strela in Davos Platz neu ein Skitourenhotel ist?

Einige Hotels in Davos und Klosters haben seit diesem Winter eine Partnerschaft mit den «Bergführer Davos Klosters», so auch das Hotel Strela. Dies bedeutet, dass das Hotel speziell auf die Bedürfnisse der Skitourengänger eingeht. Dabei könnt Ihr von einem früheren Frühstück profitieren, um im Frühling früh genug auf eine Skitour zu starten. Den warmen Tourentee könnt Ihr am Vorabend oder am morgen früh abfüllen. Zudem könnt Ihr bei Bedarf ein Lunchpaket bestellen, welches Ihr auf einem Berggipfel bei schönster Aussicht geniessen könnt. Nach der Tour steht Euch ein Trocknungsraum für die nassen Felle und feuchten Schuhe im Hotel zur Verfügung.

Wer das Gelände nicht so gut kennt oder noch nicht so viel Erfahrung im Skitouring hat, kann zudem eine Tagestour mit den Bergführern Davos Klosters buchen. Die Gäste eines Skitourenhotels erhalten CHF 10.- Rabatt auf jede angebotene Tagestour. Bucht also heute schon, denn eine Abfahrt im Sulzschnee – auch bekannt als «sülzlen» – bietet das Skifahr-Frühlings-Gefühl schlechthin!