Winter

Zu Besuch im Iglu-Dorf Davos Klosters

Eine Unterkunft komplett aus Schnee: Mitten im Skigebiet Parsenn liegt das Iglu-Dorf von Davos Klosters. Seit dem Jahr 2007 wird das Dorf jährlich neu gebaut, das insgesamt zwölf Zimmer zum Übernachten anbietet. Wir besuchen das Schneehotel auf 2.620 m ü. M. und tauchen in die mystische Welt des Mittelalters ein. In den Iglus erwarten uns Helden und Legenden aus Eis sowie Eiskreaturen und Schneewesen. Bei unserem Besuch treffen wir den Leiter des Iglu-Dorfes Davos Klosters und den Künstler, der die Schneeskulpturen erschafft. Sie erzählen uns, wie das Iglu-Dorf entsteht und wieso sich ein Besuch lohnt!

Blonde junge Frau mit blauen Augen und Nasenpiercing. | © Davos Klosters Mountains
Franziska Krenmayr
14.01.2022
Sicht auf das gesamte Igludorf auf Parsenn. | © Davos Klosters Mountains

Entstehung des Iglu-Dorf

Patentierte Bauweise: Ballone als Basis

Der Bau des Iglu-Dorfes dauert vier Wochen und startet Anfang Dezember. Acht Personen arbeiten beim Aufbau im Skigebiet Parsenn mit und trotzen der Kälte des Winters. Für den Bau der Iglus kommen riesige aufgeblasene Ballone zum Einsatz, die je einen Raum ergeben. Für stabile Wände werden die Ballone mit mindestens einem Meter feuchten Schnee bedeckt, der mit einer Fräse befördert wird. Dadurch, dass der Schnee dabei noch zerkleinert wird, ist dieser sehr kompakt. Diese Arbeit wird bis zum Eindämmern erledigt sodass der Schnee über Nacht einziehen und sich verfestigen kann. Am nächsten Tag wird die Luft herausgelassen und der Ballon von innen entfernt.

Innenausbau der Iglus

Während draussen mit den Schneefräsen gearbeitet wird, sind zwei Personen schon mit dem Innenausbau beschäftigt. Die Räume sind durch die Ballone rund geworden. Nun werden die Wände mit der Schaufel begradigt und der Boden geebnet. Die körperliche Arbeit erfordert viel Kraft und Zeit. Der entfernte Schnee wird für den Bau der Betten und der Schneebar verwendet.

In einem nächsten Schritt wird bei jedem Zimmer eine Holztüre montiert. Dafür bringen die Arbeiter das Loch des Iglus mit einer Schaufel in die passende Form. Im Laufe des Winters verdichtet sich der Schnee des Iglus, weshalb die Türöffnungen immer wieder angepasst werden müssen.

Wenn wir das erste Mal im Iglu-Dorf übernachten, sehen wir, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Durch die Beleuchtung schimmern und funkeln die Wände und es entsteht eine wunderschöne Stimmung.

Zauber aus Schnee & Eis

So entsteht eine Skulptur

Martijn Smits ist schon das zehnte Jahr beim Bau des Iglu-Dorfes mit dabei. Der Künstler aus Holland erschafft die Schnee- und Eisskulpturen im Iglu-Dorf. Dieses Jahr erzählt er mit seiner Kunst in jedem Zimmer eine Geschichte aus dem Mittelalter. Schon im Sommer beginnen seine Überlegungen und Skizzen zum Thema. Im Winter setzt er dann seine humorvollen Ideen in Form von geschnitzten Skulpturen aus Schnee um:

  • Mit einem Stift überträgt Martijn seine Skizze in Originalgrösse auf den Schnee
  • Er schneidet mit einer Motorsäge die Figuren grob aus und entfernt überschüssige Schneeblöcke mit der Schaufel.
  • Mit immer feineren Werkzeugen werden die Skulpturen feingeschliffen.  
  • Elemente aus Eis machen die Kunstarbeit komplett und vollenden sein Werk.

«Beim Arbeiten muss ich mir die Räumlichkeit des Motivs genau vorstellen können. Ich beginne ganz vorne und arbeite mich Schicht für Schicht tiefer in die Wand. Bei der Skulptur der Ritter weiss ich, dass der Kopf leicht weiter sitzt als die Schulter. Somit entferne ich dort eine weitere Schicht», erzählt Martijn.

Das Schneestück des Kopfes fliegt auf den Boden. Alles was einmal weg ist, kann nicht mehr angesetzt werden. An jedem Zimmer arbeitet der Künstler rund eineinhalb Tage, für die Suiten benötigt er drei Tage. Zu allerletzt wird die Beleuchtung installiert und die Kunstwerke werden in Szene gesetzt. Ein Zauber aus Eis und Schnee ist entstanden. Das Iglu-Dorf ist bereit für die ersten Gäste.

Rundgang im Iglu-Dorf

Restaurant, Hotel und Bar

«Lasst Euch von der Welt des Mittelalters verzaubern», kündigt der Guide an. Wir betreten das erste Zimmer. Der Zauberer Merlin schmückt die Schneewand des Iglus und blickt uns geheimnisvoll an. Die Schneeskulptur funkelt im Licht der Lampe. In jedem Zimmer entdecken wir neue Skulpturen und Kunstwerke, die uns zum Staunen bringen. Die Stimmung in den kalten Räumen ist wunderschön und ein wenig surreal. Ein langer Gang mit etwa zwei Meter Höhe verbindet alle Schlaf-Zimmer des Iglu-Dorfes mit dem grossen Hauptiglu. Dort befindet sich die Eisbar, die täglich geöffnet ist. Auf Reservation kann in den vier angegliederten Essräumen ein köstliches Fondue-Deluxe gegessen werden. Als Schneehotel, Restaurant oder Bar ist das Iglu-Dorf Davos Klosters allemal einen Besuch wert.

 

Übernachten im Iglu

Gemütliches Abendprogramm mit Fondue-Genuss

Bis zu 40 Personen können in den Zweier-, Vierer oder Sechser Zimmern des Iglu-Dorfes übernachten. Geschlafen wird auf Betten aus Schnee, welche mit Isomatten, Schaffellen und Expeditions-Schlafsäcken für bis -40 °C ausgestattet sind. Ausser der holzigen Türe, dem Licht, dem Waschbecken und der Toiletten bestehen die Iglu-Schlafzimmer zu 100 % aus Schnee und Eis. Zwei Suiten sind mit eigenem Whirlpool ausgestattet.

Während dem Aufenthalt im Iglu-Dorf werden die Gäste von einem Guide betreut. Nach der Führung durch das Iglu-Dorf bereitet er das Fondue vor. Wer möchte kann sich danach der nächtlichen Schneeschuhtour anschliessen oder im allgemeinen Whirlpool oder in der Sauna entspannen. Der Sternenhimmel ist bei gutem Wetter bei beiden Aktivitäten ein stetiger Begleiter. In der beheizten finnischen Kota können die Gäste den Abend am offenen Feuer ausklingen lassen, bevor es zu Bett geht.

 

Schlafen im Schnee

«Ist das Schlafen im Iglu nicht sehr kalt? Dies ist einer der häufigsten Fragen, die wir gestellt bekommen», meint Christoph Koch lachend. Er ist der Standortleiter des Iglu-Dorfes Davos Klosters und koordiniert seit diesem Jahr den Aufbau und die Arbeiten im Schneehotel. «In den Iglus liegen die Temperaturen konstant bei ungefähr 0 Grad und die Gäste tragen Skikleidung. Im Schlafsack dagegen empfehlen wir so wenig wie möglich zu tragen. Die Körperwärme muss zum Material des Schlafsacks gelangen, damit es schön warm wird. Zu kälteempfindlich sollte man für dieses Erlebnis jedoch nicht sein.»

Gut zu wissen: Es gibt immer die Möglichkeit sich aufzuwärmen. Mit einem heissen Tee, in der Sauna, im Whirlpool oder in der beheizten Kota mit Kamin.

Im Iglu zu übernachten und die Stille der Nacht auf dem Berg zu erfahren, ist etwas ganz Besonderes. Alle, die gerne in der Natur sind und etwas Einzigartiges erleben möchten, wird dieses Winterabenteuer gefallen. Von Familien über Freundesgruppen bis hin zu Pärchen haben wir ganz verschiedene Gäste, die im Iglu-Dorf ihre Auszeit geniessen.

Wollt auch Ihr Euch verzaubern lassen? Dann besucht das Iglu-Dorf für ein Getränk an der Eisbar oder für ein Fondue-Deluxe mit Iglu-Führung. Wenn Ihr tiefer eintauchen möchtet, dann ist eine Übernachtung im Iglu ein einzigartiges Erlebnis.

Erreichbar ist das Iglu-Dorf mit der Parsennbahn, die Euch von Davos auf das Weissfluhjoch bringt. Dort folgt Ihr den Schildern, und erreicht das Iglu-Dorf zu Fuss nach etwa 20 Minuten. Natürlich könnt Ihr den Besuch im Iglu-Dorf ideal mit einem Skitag auf Parsenn verbinden. Das Fussgänger-Ticket erhaltet Ihr an der Kasse Parsenn und das Skiticket ebenfalls an der Kasse oder online im Webshop.

Wir und das Iglu-Dorf-Team freuen uns über Euren Besuch!
Eure Davos Klosters Mountains