Biken

Trail Crew Davos: Ihr Einsatz für gute Biketrails und Wanderwege

Für perfekte Trails sind sie für Euch in den Sommermonaten täglich auf den Bergen unterwegs. Die Trail Crew sorgt schon seit 9 Jahren für den Unterhalt der Bike- sowie Wanderwege in Davos. Sie Schaufeln, entfernen Hindernisse und montieren Kippstangen sowie Tore. Auch das Verhandeln mit Landbesitzern sowie Förstern ist ein wichtiger Teil der Arbeit. Im Gespräch mit Joos Keller erfahren wir viele spannendes über die Trail Crew Davos. Außerdem erfahrt ihr, welche Trails fertig gestellt werden und was euch in dieser Saison erwartet. Es gibt einiges zu erzählen!

Blonde junge Frau mit blauen Augen und Nasenpiercing. | © Davos Klosters Mountains
Franziska Krenmayr
09.06.2021
Christoph Koch, Mitglied der Trail Crew Davos, ist mit Rechen und Schaufel über der Schulter auf dem Berg unterwegs.  | © Carmen Wenger / Destination Davos Klosters

Die Aufgaben der Trail Crew Davos

Instandhaltung von 120 Kilometer Wanderwegen und Biketrails

Der Arbeitsort der siebenköpfigen Trail Crew von Davos sind die Wander- und Bikewege in Davos. Von Mai bis Mitte Oktober kümmern sie sich um die Instandhaltung des bestehenden 120 kilometerlangen Wegnetzes. Vorwiegend kümmern sie sich um die Wege, die ebenfalls von Bikern befahren werden. Gut zu wissen: Reine Wanderwege gehören nicht zu Ihrer Zuständigkeit.

Es ist eine Besonderheit, dass sieben Personen für den Unterhalt der Wege angestellt sind. Eine eigene Crew für die Trails gibt es in anderen Gemeinden kaum. Finanziert wird die Trail Crew in gleichen Teilen von der Gemeinde Davos, Davos Tourismus und von den Davos Klosters Bergbahnen.

 

Arbeitsort Berg: Bei jedem Wetter draussen

«Wir haben in der Vergangenheit gute Arbeit geleistet und unsere Trails sind auf einem super Standard», erzählt mir Joos Keller, Vorarbeiter der Trail Crew. Um dieses Niveau halten zu können, beginnt diesen Frühling die Arbeit aufs Neue. Ihre täglichen Aufgaben sind zugunsten von Mensch und Natur. Durch die Befestigung von Wegen beugt die Trail Crew Erosions- und Landschaftsschäden vor. Aus den folgenden Gründen könnten trotzdem Schäden und Abnützungen entstehen, die ausgebessert werden müssen:

  • Unwetter: Die Wege werden ausgeschwemmt und Erdrutsche entstehen.
  • Starke Befahrung von Mountain Biker
  • Tiernutzung: Wildtiere oder Kühe hinterlassen Spuren

Saisonstart für die Trail Crew

Ab Mitte Mai wird das Wegnetz von der Trail Crew abgelaufen. In erster Linie werden die Wasserabläufe kontrolliert. Diese führen das Wasser aus den Wegen hinaus und dürfen nicht mit Material verstopft sein. Zugleich prüft das Team den Zustand des Weges und verbessert diesen, wenn er ausgewaschen oder ausgefahren ist. Bis alle Wege das erste Mal kontrolliert und in gutem Zustand sind, ist die Truppe bis Ende Juli oder Mitte August unterwegs. Bis Mitte Oktober bleibt dann noch Zeit für spezifische Projekte.

Bei starker Ausnutzung benötigen viel befahrenen Strecken eine zweite Ausbesserung. Rutsche, die bei Hagel oder starkem Gewitter entstehen, werden sofort ausgebessert. «Aus der Erfahrung wissen wir schon, welche Wege für einen Erdrutsch anfällig sind. Diese werden nach Unwetter sofort kontrolliert,» lässt uns Joos Keller wissen.

Abwechslung garantiert: Bei der Trail Crew ist jedoch kein Jahr gleich. Sie sind mit ihrer Planung sehr flexibel und richten sich stark nach dem Wetter. Denn ihr Arbeitsort ist draussen, bei Sonne und bei Regen.

Die Trail Crew Davos befestigt den Weg mit Hilfe von Baumstämmen.  | © Davos Klosters Mountains
Zwei Arbeiter der Trail Crew Davos sitzen auf einer Bank und gönnen sich eine Pause.  | © Davos Klosters Mountains
Gute Arbeit der Trail Crew Davos, der Weg wurde befestigt und ist bereit für Wanderer und Biker.  | © Davos Klosters Mountains

Pickel und Schaufel als treue Begleiter

«Unsere Grundausrüstung sind Schaufel, Pickel und der Rechen. Manchmal haben wir noch einen Vorschlag-Hammer mit dabei, um Steine zu zerkleinern oder Pfähle einzuschlagen. Wenn wir für die Befestigung eine Weges Holz benötigen, fällen wir mit der Motorsäge ein oder zwei Bäume,» erzählt Joos Keller. In Absprache mit dem Forstwart können sie das Holz in den meisten Fällen vor Ort verwenden.

Handwerklich geschickt und kräftig sind die Arbeiter der Trail Crew auf jeden Fall. Sie machen 95 Prozent der Ausbesserungen von Hand und nur für etwa 5 Prozent der Arbeit benötigen sie den Bagger. Der Bagger wird möglichst wenig eingesetzt, da dieser den Weg stark verbreitert.
Ein wichtiger Grundsatz der Trail Crew: Die Wanderwege sowie Biketrails sollen möglichst natürliche Wege bleiben.

Die Trail Crew baut eine neue Holzbrücke, damit der Bach von Fussgängern und Bikern überquert werden kann. | © Davos Klosters Mountains
With shovels, two trail crew workers repair the path on Äbirugg.  | © Davos Klosters Mountains
Zwei Tannen sind über den Weg gekippt, ein Arbeiter der Trail Crew Davos steht mit der Motorsage bereit.  | © Davos Klosters Mountains
Ein Baustellenschild steht auf dem Bikeweg und zeigt, dass die Trail Crew bei der Arbeit ist.  | © Davos Klosters Mountains

Wichtige Aufgaben: Abfall einsammeln und mit Landbesitzern verhandeln

Zu den Aufgaben der Trail Crew zählen:
  • Hindernisse entfernen
  • Wasserläufe kontrollieren
  • Neu enstandene Wege schliessen
  • Wege mit der Schaufel ausbessern
  • Kippstangen und Tore montieren
  • Mit Landbesitzern und Förstern verhandeln

«Wir machen alles, für die Erhaltung der Trails und der Natur. Manchmal sind unsere Taschen am Abend voller Abfall, den wir aufgesammelt haben. Auch das gehört dazu,» erzählt Christoph Koch. Er ist schon vier Jahre bei der Trail Crew mit dabei. Seinen Arbeitsort an der frischen Luft geniesst er sehr. Für ihn ist sehr wichtig, dass die Biker und Wanderer auf den Wegen bleiben. «Linien, die neu entstehen, weil jemand eine Abkürzung genommen hat, müssen von uns wieder geschlossen werden. Diese neuen Wege zerstören die Natur und verärgern die Landbesitzer. Deshalb gilt es: Stay on Trail!»

Wir sind die Gärtner der Wander- und Bikewege

Der Kontakt und die Absprache mit den Landbesitzern ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe der Trail Crew. «Die Landbesitzer informieren und bei Entscheiden miteinzubeziehen gehört zu meinen Hauptaufgaben als Vorarbeiter dazu. Sie sind sehr wichtige Leute, die nicht übergangen werden dürfen. Auch wenn diese Zusammenarbeit nicht immer leicht ist, so schätze ich diese sehr», meint Joos Keller. 

 

Traumberuf Trail Crew

Sich selbst und anderen Bikern eine Freude machen

«Wenn man bei der Trail Crew dabei ist, dann gehört es schon dazu Biker zu sein,» meint Joos Keller lachend auf die Frage, ob er auch ein Mountain Bike besitzt. «Wenn wir einen Weg ausgebessert haben und ich diese Stelle eine Woche später mit dem Bike fahre, ist das ein super Gefühl!»

Verbesserungen zu machen, die einem selbst und anderen Freude bereiten, gefällt Joos Keller an seinem Beruf besonders gut. «Wir bekommen sehr viele positive Rückmeldungen für unsere Arbeit. Vor allem Wanderer loben, dass wir die besten Wanderwege der Region haben. Es gibt Strecken, auf denen hält jeder zweite Biker an, spricht mit uns und dankt uns für unsere Arbeit. Vielen denken jedoch, dass wir die Arbeit freiwillig erledigen.»
 

Ein Mitglied der Trail Crew Davos verbessert mit der Schaufel den Weg, am blauen Himmel der Mond.  | © Carmen Wenger / Destination Davos Klosters
Die Trail Crew Mitarbeiter stellen sich mit ihren Bikes für ein Gruppenbild zusammen.   | © Davos Klosters Mountains
Die Trail Crew Davos bei der Arbeit, im Vordergrund des Bildes liegt ein Stein in der Form eines Herzes.  | © Davos Klosters Mountains

Ideen und Projekte für die Zukunft

Entflechtung der Trails für Biker und Wanderer

«Natürlich möchten wir auch gerne neue Trails bauen und haben viele Ideen dafür,» meint Joos Keller. Ein neues Projekt realisieren zu können ist ein langwieriger Prozess. Viele Bewilligungen müssen eingeholt werden, was einige Jahre dauern kann.

Eine Besonderheit von Davos ist, dass die Trails in Davos von Wanderern und Biker gemeinsam genutzt werden. Dieses Konzept funktioniert in der Mehrheit der Fällen sehr gut. Es gibt jedoch Strecken, wie Jakobshorn ­– Sertig oder Rinerhorn – Sertig, welche ein Konfliktpotential bieten. Viele Leute nutzen den Weg zur gleichen Zeit, die Idee ist es an diesen Orten für Wanderer und Biker getrennte Strecken anzubieten. Die Entflechtung dieser beiden beliebten Routen wird als Projekt für die Zukunft diskutiert.

Ein Mitglied der Trail Crew Davos recht den neu entstandenen Teil des Technik Trails auf dem Jakobshorn.  | © Davos Klosters Mountains
Mit dem Bagger baut Christian Accola die Erweiterung des Technik Trails auf dem Jakobshorn.  | © Davos Klosters Mountains
Christoph Koch von der Trail Crew Davos befestigt mit einem Rüttelplatten-Verdichter die neue Strecke des Technik Trails. | © Davos Klosters Mountains

Erweiterung Technik Trail Jakobshorn

Im Laufe dieser Sommersaison wird die Erweiterung des Technik Trails abgeschlossen. Bei der Erweiterung wird die Trail Crew von Christian Accola (Hitta) unterstützt, der im Bau von neuen Trails viel Erfahrung hat. Das letzte Stück des Trails führt nun unter der Bahn im Zickzack ins Tal und endet beim Bolgen Plaza. Vom Jakobshorn bis vor den Bolgen können nun 1000 Höhenmeter Singletrails am Stück gefahren werden. Was für Neuigkeiten! Seid Ihr bei einer Abfahrt mit dabei? Am Bolgen erwartet Euch ein erfrischendes Getränk und heiterer Stimmung auf der Sonnenterrasse vom Restaurant Bolgen Plaza.

Sie sorgen für gut begeh- und befahrbare Trails auf unseren Bergen. Sicher sind Wanderer, Biker und Trailrunner dank ihnen auf den Bergen unterwegs sein. Ein grosses Dankeschön an die Trail Crew Davos für die Arbeit hinter den Kulissen!

Auf die Bikes, fertig, los!

Habt Ihr Lust erhalten die Trails von Davos und Klosters zu befahren? Die Sommersaison steht vor der Tür und schon jetzt könnt Ihr unsere Bike-Angebote buchen. Eine Übernachtung in einem Bikehotel und das Bergbahnticket, was braucht es mehr für perfekte Bikeferien? Mit den Tipps von lokalen Bikern seid ihr für die Bike-Saison in Davos auch perfekt vorbereitet.

Eure Davos Klosters Mountains