Winter

Mit Freeskier Kim Gubser im Gespräch

Der 21-jährige Davoser Kim Gubser ist ganz vorne bei der Weltspitze mit dabei. Der junge Freestyler wird Anfangs 2022 in Peking bei den Disziplinen Slopestyle und Big Air antreten. Als langjähriger Sponsoring-Partner unterstützen wir ihn auf seinem Weg. Wir haben Kim getroffen und  14 Antworten von ihm erhalten. Im Interview erfahrt Ihr spannende Hintergründe!

Blonde junge Frau mit blauen Augen und Nasenpiercing. | © Davos Klosters Mountains
Franziska Krenmayr
05.10.2021

Kim Gubser im Interview

Für das Interview treffen wir Kim Gubser im Fitnesscenter Davos Fitness, wo er regelmässig trainiert. Gerade im Sommer verbringt er viele Stunden im Kraftraum, um für die Wettkämpfe im Winter körperlich fit zu sein. Der junge Sportler hat diese Wintersaison im Bereich Freestyle einiges vor, doch dies erzählt er uns gleich selbst.

1. Was ist dein grösstes Talent?

Ich denke, ich habe sicher ein grosses Talent im Skifahren, also im Freeskiing. Es ich jedoch nicht nur alleine das Talent, dass mich so weit gebracht hat. Es steckt auch sehr viel Training dahinter und viele Stunden auf dem Schnee. Diese Kombination aus Können und vielen Trainingsstunden hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt bin.

 

2. Wie bist du zum Freeskiing gekommen?

Ich habe ursprünglich mit Ski Alpin angefangen und habe dies ein paar Jahre lang gemacht. Nebenbei war ich aber schon sehr oft im JatzPark, um zu Springen oder Tricks zu üben. Weil es mir damals so gut gefallen hat, ging ich in ein Schnuppertraining des «Stützpunkt Davos». Nach diesem Training liess ich alles links liegen und wollte nur noch Freeskiing machen.

 

3. Was gefällt dir beim Freeskiing am meisten?

Was mir am Freestyle am meisten gefällt, ist definitiv die Freiheit, die man dabei hat. Man kann alles ausprobieren was man will. Eigentlich gibt es nichts, dass mir an dieser Sportart nicht gefällt. Ein negativer Aspekt beim Freeskiing sind jedoch die Verletzungen, die bei einem Risikosport passieren können. Je länger man jedoch den Sport macht, desto mehr Erfahrung hat man. Seine eigenen Grenzen und die Risikoschwellen kann man mit der Zeit immer besser einschätzen.

 

4. Welcher ist dein Lieblingstrick?

Das ist schwierig zu sagen, weil alle Tricks sehr gerne fahre. Aber wenn ich mich für einen entscheiden muss, wäre das der «Double Cork 1080». Beim Trick mache ich ein doppeltes Salto mit einer dreifachen Drehung. Das Gefühl, dass ich dabei in der Luft habe, ist jedes Mal aufs Neue unbeschreiblich.

5. Wer ist dein grösstes Vorbild?

Eines meiner größten Vorbilder ist definitiv Tom Wallisch, weil er der erste professionelle Skifahrer war, den ich gesehen habe. In der Zeit, als ich angefangen habe, war er schon sehr bekannt und ich habe schon damals seine Videos geschaut. Er war der erste, den ich bewunderte und als Vorbild sah.

Mein zweites Vorbild ist Kai Mahler. Sein Skifahren, sein Auftreten und wie er mit seinem Style heraussticht, ist mir schon sehr früh aufgefallen. Die zwei sind schon seit Tag eins meine Top-Vorbilder und werden es auch immer bleiben.

 

6. Was ist dein grösstes Ziel?

Mein grösstes Ziel im Bereich Freeskiing ist definitiv verletzungsfrei zu bleiben, was etwas vom Wichtigsten ist. Natürlich gehört es auch dazu, gute Resultate zu bringen, um an der Spitze zu bleiben. Um sich von anderen abzuheben, braucht es auch einen eigenen Style, dies vergessen viele Leute. Darum ist ein weiteres Ziel von mir, meinen persönlichen Style weiterzuentwickeln und damit herauszustechen.

 

7. Lebst du deinen Traum?

Ich lebe definitiv meinen Traum. Ich bewunderte schon als kleiner Junge die Sportler, die in der Luft Sprünge oder Tricks machten. Jetzt selbst auf Weltcupniveau mithalten zu können, ist definitiv ein Traum, der wahr geworden ist und ich lebe ihn jeden Tag.

 

8. Auf welchen Event freust du dich diese Wintersaison besonders?

Schon jetzt freue ich mich auf den Big Air in Chur. Das Festival wird so ähnlich sein wie das Freestyle.ch, dass mich früher schon immer sehr fasziniert hat. Ein sehr wichtiger Wettkampf diese Saison sind auch die Winterspiele 2022 in Peking.

 

9. Wie fühlt es sich an, an den Winterspielen teilzunehmen?

Die Winterspiele sind ein Ziel jedes Sportlers. Es ist ein Moment fürs Leben, an den man sich immer wieder zurückerinnern kann. Ich freue mich sehr darauf und versuche mich nicht allzu sehr unter Druck zu setzen. Auch wenn eine grosse Nervosität da sein wird, werde ich meine Leistungen bestmöglich abrufen. Ich möchte die Winterspiele mit viel Spass angehen und diesen Moment geniessen.

 

10. Wie bereitest du dich auf einen wichtigen Wettkampf vor?

Ich bereite mich etwa gleich vor, wie für jede andere Saison auch. Das Sommertraining ist dabei sehr wichtig und macht mindestens 50 Prozent meines ganzen Trainings aus. Ich trainiere meine Koordination, Kraft und Ausdauer, um für den Winter bereit zu sein. Die Tage, die ich nicht auf dem Schnee aber im Fitnessstudio verbringe, sind auch sehr wichtig. Mit Muskelaufbau kann ich mich vor Verletzungen schützen. Auf dem Trampolin oder Air Bag teste ich alle Tricks, die ich im Kopf habe. Im Herbst geht es dann direkt nach Saas-Fee, wo ich meine Sprünge und Tricks auf dem weichen Schnee umsetze. Auch das Gletschertraining ist ein grosser Teil der Vorbereitung. Alles in allem ist es etwa das gleiche Training, doch dieses Jahr ist der Fokus klar auf die Winterspiele 2022 gerichtet.

11. Was bedeutet Davos für dich?

Davos bedeutet mir logischerweise sehr viel. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier mit Freeskiing angefangen und bin auf den Geschmack gekommen. Jetzt mit den Davos Klosters Mountains und weiteren Sponsoren (El Tony Mate, Line Skies, etc.) an meiner Seite Karriere zu machen und an den Winterspielen zu starten, ist ein grosser Traum, der in Erfüllung geht.

 

12. Welches ist dein Lieblingsort ?

Im Winter ist der JatzPark auf dem Jakobshorn mein Lieblingsort. In diesem Snowpark bin ich aufgewachsen und definitiv auch am meisten gefahren. Der JatzPark verbinde ich mit vielen Emotionen. Wenn ich keine Trainings oder Wettkämpfe habe, komme ich an den Wochenenden immer nach Davos. Im JatzPark treffe ich alle meine Freunde und kann mich vom Wettkampfsstress erholen. Weil es mir so gut tut, versuche ich dort möglichst viele Stunden zu verbringen.

Im Sommer bin ich nach einer stressigen Wintersaison am liebsten zu Hause bei meiner Familie und bei meinem Hund. Dort kann ich am besten abschalten.

13. Gibt es für dich einen Geheimtipp in Davos?

Wenn Ihr auf dem Jakobshorn seid, dann lohnt sich definitiv der Besuch des Bergrestaurant Chalet Güggel. Dort gibt es die besten Pizzas. Wenn ich im JatzPark bin, gehe ich dort oft selbst Mittagessen. Das ist mein Geheimtipp, verpasst diesen nicht!

 

14. Was hast du für Tipps für junge Freeskier?

Im Freeskiiing ist eine gute Balance zwischen Respekt, Risiko und Angst sehr wichtig, denn Verletzungen sind die grössten Gegner. Wenn Ihr Euer Grenzen kennt, könnt Ihr viel schneller Fortschritte mache, als wenn Ihr zu viel riskiert. Darum sage ich immer: Habt lieber zu viel Respekt vor neuen Herausforderungen, aber lasst Euch nicht vor der Angst steuern. Auch denke ich, sollte man immer das Beste geben. Und tut das, was Ihr selbst als richtig empfindet!

 

Wichtige Wettkämpfe im Winter

Ein weiterer Traum, nämlich die Teilnahme an den Winterspielen 2022, wird diesen Winter für Kim Gubser in Erfüllung gehen. Auf der Weltrangliste liegt der junge Sportler im BigAir auf dem 4. Platz und im Slopestyle auf dem 16. Platz. Mit diesen Resultaten ist Kim Gubser auf dem besten Weg seine Ziele umzusetzen und eine erfolgreiche Wintersaison zu fahren. 

 

Aufgewachsen in Davos

Kim Gubser ist in Davos geboren und aufgewachsen. Seine Ausbildung machte er in Sportinternat Engelberg im Kanton Obwalden. Neben dem Freeskiing macht er gerne Sport, wie Trampolin oder Skaten. Im Sommer trifft man ihn am häufigsten auf dem Golfplatz an, im Winter im JatzPark auf dem Jakobshorn.  

 

Wir danken Kim Gubser für das interessante Gespräch und wünschen ihm alles Gute für die kommende Saison. Wenn Ihr mehr zu Kim Gubser erfahren wollt, könnt Ihr ihm auf Instagram (@kimgubser) folgen und seine Karriere mitverfolgen. Vielleicht trefft Ihr den sympathischen Sportler auch einmal auf dem Jakobshorn an.

Eure Davos Klosters Mountains