Hinter den Kulissen

Frauenpower bei den Bergbahnen – Michaela Scramonzin

Seit 2005 ist Michaela Scramonzin Teil der Davos Klosters Bergbahnen. Was einst an der Kasse begann, führte sie später mitten hinein in den vielseitigen Alltag auf dem Berg. Heute ist sie dort im Einsatz, wo Flexibilität, Verantwortung und Teamgeist gefragt sind. Im Gespräch erzählt sie von ihrem Weg zu ihrem Beruf, ihrem Alltag bei den Bahnen und warum sie jungen Frauen technische Berufe besonders ans Herz legt.

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Davos Klosters Mountains
27.03.2026

Vorgestellt

Frauenpower auf Parsenn

Arbeiten in den Bergen bedeutet mehr als nur eine schöne Aussicht. Für Michaela Scramonzin gehört der Blick über Davos längst zum Alltag und doch bleibt jeder Arbeitstag anders. Seit über 20 Jahren arbeitet sie bei den Davos Klosters Bergbahnen und kennt den Betrieb aus verschiedenen Perspektiven – von der Kasse bis zur Maschinistin auf Parsenn.
In ihrer Freizeit ist Michaela aktiv im Feuerwehrverein – dort hilft sie unter anderem in der Festwirtschaft. Bewegung gehört für die 64-Jährige einfach dazu: Laufen, Skifahren oder einfach draussen unterwegs sein. Still am Strand liegen ist nichts für sie.

Im Interview erzählt sie von ihrem Weg nach Davos und warum Abwechslung für sie das Schönste an ihrem Job ist.
 

Im Gespräch mit Michaela Scramonzin

6 Fragen

  • Name: Michaela Scramonzin
  • Beruf: Allrounderin
  • Arbeitsort: Parsenn
  • Bei den Bergbahnen seit: 21 Jahren
  • Kaffee oder Tee vor dem ersten Einsatz? Kaffee

1. Wie bist du zu den Davos Klosters Bergbahnen gekommen?

«Eigentlich wollte ich ursprünglich Krankenschwester in Winterthur werden. Da ich dafür erst mit 18 Jahren beginnen konnte, absolvierte ich zunächst eine Lehre als Verkäuferin. Im Rahmen meiner zweiten Ausbildung zur Krankenschwester führte mich ein Praktikum nach Davos in die Klinik Clavadel – und so hat es mich schliesslich in diese Region gezogen.

Im Jahr 2005 hat mich die damalige Kassenchefin von Parsenn gefragt, ob ich im Winter an der Kasse aushelfen möchte. Und so hat alles angefangen. Am Anfang habe ich nur im Winter gearbeitet, weil meine Kinder noch klein waren. Später kam die Möglichkeit dazu, im Sommer ebenfalls auszuhelfen.

2009 bot sich eine neue Chance. Eine Arbeitskollegin wollte im Sommer nicht mehr zu 100 Prozent tätig sein und ich konnte dann 50 Prozent übernehmen. Später wurde ich gefragt, ob ich als Maschinistin auf Parsenn arbeiten möchte – und so bin ich auf den Berg gekommen.»

 

2. Damals waren Frauen auf dem Berg eher selten, oder?

«Ja, ich war eine der wenigen Frauen auf dem Berg. Am Anfang war es schon etwas komisch, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Heute finde ich es mega cool, dass es inzwischen mehr Frauen in diesem Beruf gibt.»

 

3. Wie sieht dein Arbeitstag aus?

«Das Spannende ist: Oft weiss ich am Morgen noch gar nicht, was mich erwartet. Als Allrounderin übernehme ich ganz unterschiedliche Aufgaben. Ich arbeite als Hauswartin und Ablöserin. Ich kann aber auch als Maschinistin an verschiedenen Bahnen eingesetzt werden – zum Beispiel beim Höhenweg, der Gipfelbahn oder der Schiferbahn.
Zu meinen Aufgaben gehören unter anderem auch technische Kontrollen. Ich überprüfe zum Beispiel die Windmesser, kontrolliere die Anlage und trage alles ins Kontrollsystem ein.
Auch organisatorische Aufgaben gehören dazu. Ich schaue, dass die Mittagspausen im Team abgedeckt sind und mache dann selbst die Ablösungen an den Bahnen.»

4. Was fasziniert dich an deiner Arbeit?

«Ich schätze die Vielfalt meiner Aufgaben, da kein Tag wie der andere ist. Der Austausch mit Menschen ist mir dabei besonders wichtig. Ich arbeite gerne im Team, bin aber auch sehr selbstständig und komme alleine bestens zurecht.»

 

5. Wie erlebst du die Gäste im Winter und Sommer?

«Im Winter haben wir deutlich mehr Gäste, allerdings ist ihr Aufenthalt oft stärker vom Skifahren geprägt. Viele möchten möglichst schnell auf den Berg und sind daher eher zielgerichtet unterwegs, wodurch weniger Zeit für längere Gespräche bleibt.

Im Sommer erlebe ich die Gäste dagegen als entspannter und offener. Sie bringen mehr Zeit mit, geniessen die Umgebung bewusster und suchen häufiger den persönlichen Austausch. Dadurch entstehen oft angenehmere und intensivere Gespräche, was ich besonders schätze.»

«Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Gast, der mich einmal fragte, warum es bei der Standseilbahn Parsenn keine Sitzbänke gebe. Ich habe ihm dann schmunzelnd erklärt, dass es sich um eine Standseilbahn handelt – und eben nicht um eine Sitzseilbahn. Solche Begegnungen lockern den Arbeitsalltag immer wieder auf und sorgen für einen kleinen humorvollen Moment.»

6. Was würdest du jungen Frauen sagen, die sich für einen technischen Beruf interessieren?

«Ich würde jungen Frauen sagen: Einfach machen und sich selbst etwas zutrauen. Technische Berufe sind längst keine reine Männersache mehr – Frauen können das genauso gut.
Für mich ist wichtig, dass man sich nicht von Vorurteilen oder Unsicherheiten bremsen lässt. Wenn man Interesse und Motivation mitbringt, sollte man seinen eigenen Weg gehen und die Chance nutzen!»

 

Geschichten wie die von Michaela zeigen, wie vielfältig die Arbeit bei den Davos Klosters Bergbahnen ist. Wer gerne Verantwortung übernimmt, im Team arbeitet und die Berge liebt, findet hier einen Arbeitsplatz mit ganz besonderen Perspektiven.

Michaela prägt den Arbeitsalltag auf Parsenn bis heute mit viel Engagement und Leidenschaft. Dafür möchten wir ihr herzlich danken und wünschen ihr weiterhin viel Freude bei ihrer Arbeit – und natürlich alles Gute für die Zukunft.

Eure Davos Klosters Mountains